Meine Soldatin

You look like an angel

Video, 8:55, 2007 - 2008

Auf der Suche im Internet nach harmlosen Bildern aus gefährlichen Gebieten, die ich für eine fingierte Künstlerdokumentation benützen wollte, stiess ich im Januar 2006 auf den Weblog einer US-Soldatin, die zu jener Zeit für 6 Monate in Bagdad stationiert war. Zuerst fand ich eine Fotografie einer auf dem Boden liegenden Dattel. Die Bildlegende dazu war: Dates in Baghdad. So geriet ich in den Sog einer Person, die fast täglich ihre Gedanken und Erlebnisse im Internet der Öffentlichkeit zugänglich macht. Die Diskrepanz zwischen ihrer Selbstwahrnehmung und dem, was sie als Alltag sieht im Gegensatz zur kriegerischen und politischen Realität provozierte mich zu einer Art Dialog. Ihre Fotos verarbeitete ich in einem Video: you look like an angel (Meine Soldatin) Wie in einer Diashow sind eine Auswahl ihrer Fotos aneinandergereiht. Die meisten Bilder zeigen Selbstportraits, die sie mit ihrem Fotoapparat aus Armeslänge gemacht hat. Immer ist ihr Blick auf den oder die Betrachter/in gerichtet. Eine direkte Herausforderung.
Die Tonspur ist ein Lied, in dem ich sie ansinge und gleichermassen befrage: zu ihren Beweggründen, sich bei der US-Armee zu melden und auch zu ihrer Motivation, sich dermassen selbst zu veräussern. Ich behaupte, dass sie mich auf diese Art persönlich anspreche.

Und zum anderen versuchte ich, ihren "Abenteuer-Fotos" mit einer performativen Gegenüberstellung meiner Person zu begegnen: Meine Soldatin (my creature) - siehe separate Beschreibung.

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Video: Ausschnitte / excerpts

Meine Soldatin

You look like an angel

video, 8:55, 2007 - 2008

For a fake artists documentation I was searching the internet for applicable images with harmless content but taken in dangerous places. The first picture I found was a photography of a date on the ground. I followed up the source as I wanted to know who took this and many more pictures. So I found in january 2006 this wegblog of a US-soldier who was around this time deployed to Baghdad for six months.

That is how I got into this maelstrom of a person who published her intimate thoughts and experiences in the world wide web almost daily. Her self-awareness or what she perceives as daily business around her and on the other hand the reality of politics and war in Irak - this gap provoked me to get into a virtual dialogue. For the video I took her self-portraits and arranged them like a slide-show. On all her photographs she looks directly into the camera as if she wanted to challenge some unknown observer. This is why I took it personal. Singing a song to her was my way to respond to her.

In a performative setting I used her adventure-photos and compared them to photos I took myself on holidays.

See separate description.